Giraffensprache

Bereits während der Schwangerschaft bin ich flüchtig auf die Giraffensprache gestoßen. Diese ist vor allem in der Gewaltprävention weit verbreitet. 

Mit Giraffenohren zuhören, mit Giraffenzunge sprechen… all das dient etwas ganz Wundervollem; nämlich der Gewaltfreien Kommunikation.

Die für mich beste und einfache Erklärung fand ich im Hörbuch „Ich höre, das du nicht sagst“ von Susann Paśtor und Klaus-Dieter Gens wieder:

Gewaltfreie Kommunikation ist ein Sprachkonzept, das zur Konfliktbewältigung eingesetzt wird und ein Lebensmodell, in dessen Mittelpunkt die einfühlsame Verbindung zu sich selbst und anderen steht.

Auch wenn ihre Anwendung einige wenige klar strukturierte Vorgaben zugrunde liegen – Gewaltfreie Kommunikation ist keine Technik, sondern eine Haltung.

Die beiden zentralen Fragen in der Gewaltfreien Kommunikation lauten:

1. Was ist lebendig in dir?
2. Was würde dein Leben bereichern, hier und jetzt?

Ausdruck unserer Lebendigkeit sind unsere Gefühle, die wiederum auf unsere Bedürfnisse hinweisen und die – so einer der Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation und ihres Begründers Marshall B. Rosenberg – sind der wesentliche Inhalt unserer menschlichen Kommunikation.

Deswegen bezeichnet Marshall B. Rosenberg auch Gewalt als einen tragischen Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.

Viele Menschen erkennen und verstehen Gewalt oftmals erst, wenn es zu körperlichen Ausseinandersetzungen kommt. Das ist nur eine von vielen Seiten der Gewalt. Sie beginnt schon in unserem Kopf, wenn eine Stimme uns beispielweise rät:“Setz dich bloß nicht neben der da hin, die sieht aus wie eine Pennerin!“. Wenn wir vergleichen, abwerten oder Vorurteile hegen – stecken wir bereits in dieser Gewaltspirale. Manche sind gegenüber anderen Menschen vielleicht nach Außen hin friedlich, aber wie sieht es in ihrem Kern aus? Da lässt sich auch etwas finden; Selbsthass zum Beispiel.

Ich bin unheimlich dankbar, dass wir so viele Wege gehen können und doch bin ich beängstigt zugleich, dass wir meist immer den gleichen (vorgefertigten) Weg gehen. Es ist wichtig, dass wir in uns hineinhorchen und anderen ebenso zuhören. Statt uns anzufeinden, weil wir verschieden sind – können wir uns gegenseitig die Hände reichen und auf so viele verschiedenen Weisen näher kommen. 

Es wird Zeit für eine Generation, der bewusst ist, dass Diversität wunderschön ist und dass wir alle gemeinschaftlich mehr erreichen können, als die Menschheit bisher für möglich hält.

Ich fange dann schon mal bei mir an… Puh, das wird ein Abenteuer!

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