Entscheidungen

Es ist noch nicht lange 2017 und das neue Jahr brachte zahlreiche Veränderungen. Und forderte neue Entscheidungen. 

Der Traum von ewiger Liebe meiner jüngeren Schwester platzte nach 6 Jahren. Kein Streit. Einfach keine Gefühle mehr. Sagte er. Und sie soll bitte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen. Oder drin bleiben und er geht. Aber das konnte sie sich finanziell nicht leisten. Ich musste ihr beistehen. Bei so viel Kaltherzigkeit springt man ja von der nächsten Brücke…

Und weil unsere Eltern nicht im Lande, die Großeltern zu fragil sind und der Kontakt zum Onkel mehr schlecht als recht ist – blieb nur ich übrig. Ich habe immer gerne große Schwester gespielt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich später so etwas wie eine Ersatzmutter für sie werden würde.

Es war für mich nicht einfach ihr mit Kleinkind im Schlepptau unter die Arme zu greifen. Dennoch schafften wir den schwierigsten Part schneller als gedacht. Innerhalb eines Monats, mit ganz viel Glück auf unserer Seite zog sie in ein tolles, neu renoviertes Appartement mit Toplage und gutem Mietpreis ein.

Alles was ich mir für sie immer gewünscht habe, war, dass sie einen Partner hat, der sie glücklich macht. In ihm habe ich diesen Mann nicht gesehen. Meine Meinung kannte sie. Aber jeder Mensch macht eben seine eigenen Erfahrungen. Und Fehler machen zu dürfen ist wichtig. So lernt man sich am besten selbst kennen.

Mein frisch angefangenes Studium geriet in den Hintergrund. Mein Leben war wie ein Ping Pong Ball. Schwester. Kind. Mann. Haushalt. Und wieder von vorne. Als ob ich plötzlich Mehrfachmutter wurde. Unvorbereitet.

Eines Nachts traf ich eine Entscheidung: Ich kann und werde mich nicht in mehrere Ichs aufteilen. Ich bin nicht Wonderwoman. Meine Nerven haben irgendwann ein Ende. Meine Kraft ebenso. Von der Geduld will ich erst gar nicht sprechen. 

Also beschloß ich mein Studium zu verschieben. Vielleicht kommt der Tag der großen Langweile und da fällt es mir wieder ein. Aber vielleicht ist es mir später auch gar nicht mehr wichtig. 

Für mich steht Familie an erster Stelle. Die ist einzigartig, einmalig. Und so lange die mich gut auf Trab hält, komme ich nicht mal ansatzweise in die „Langeweile-Zone“. Langeweile? Was ist das?

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