Ich, Chaos-Queen

Wir haben 5-Zimmer-Küche-Bad plus Dachboden auf ca. 130 qm für 3 Personen und 1 Katze. Klingt ziemlich gut – oder? In Wahrheit bin ich mit dieser immensen Wohnfläche schlichtweg überfordert. Und das, obwohl ich ja immer unbedingt vieeeeeeeel Platz wollte. Ironischerweise träume ich immer noch von gaaaaanz viel Platz. Mittlerweile ist mir natürlich klar, dass mehr Fläche auch mehr Arbeit bedeutet.

Vor über 3 Jahren bekamen wir von den Eltern meines Mannes das Angebot, in das Obergeschoss ihres Mehrfamilienhauses einzuziehen. Nach langem Überlegen (meinerseits) willigten wir ein. Die Wohnung war noch im Trockenbauzustand. Es gab keinen Boden, keine Elektrizität, keine Anschlüsse… Viel Platz für Kreativität sozusagen. Wir konnten uns in der Raumgestaltung austoben. Haben Zeit und Geld investiert. Viele Arbeiten aber auch selbst übernommen. Puh, die Zeit fand ich schon anstrengend. Ich will mir nicht ausmalen, wie das Ganze bei einem Hausbau gewesen wäre.

So, genug geschwafelt. Kommen wir zur eigentlichen Sache: ich bin eine Chaos-Queen. Jetzt kann ich es selber von mir behaupten ohne es vehement zu leugnen. Ich habe das ehrlich nie so gesehen. Aber seit ich Mama bin und ständig am Machen, sehe ich es erst so richtig klar – weil ich das Chaos meines kleinen Sohnes L. täglich sehe und wegräume. Wenn auch nicht immer sofort.

Warum ich eine Chaos-Queen bin? Ich habe da so zwei Leidenschaften… Nennen wir es mal Hobbies. Klingt doch gleich weniger chaotisch, oder?

 

 

  •  SAMMEL-Leidenschaft: ein mal angefangen mit dem Wahnsinn, kein Ende in Sicht. Das Sammeln. Horten von Klopapierrollen, Eierpappkartons, Tüten, Marmeladengläser… und noch so vieles mehr! Könnte man ja noch so toll upcyceln…
  1. TAUSCH-Leidenschaft: seit einigen Jahren kaufe ich keine Medien mehr und diese Einstellung hat sich auch auf Kleidung und Co. ausgewirkt. Bevor ich also etwas kaufe, versuche ich diese Sache auf diversen Online Plattformen zu ertauschen. Was ist daran jetzt chaotisch oder schlimm? Die Kombination mit dem 1. Punkt! Die, die z.B. mal „ein paar“ Babysachen online gestellt haben, wissen wieviel Arbeit (und Unordnung) das macht. Trennen muss man sich ja auch können. Wenn also nicht konsequent aussortiert wird, hat man mehr von den Dingen die nicht gebraucht werden – als vorher. Denn bei einem erfolgreichen Tausch kommen ja stetig andere Sachen ins Haus geflattert. 

Der Mann im Haus hat sich schon daran gewöhnt, auch wenn seinerseits hin und wieder liebevolle Schimpfe kommt. Postdienst hat er. Ein schöner Nebeneffekt, wenn in der Nähe keine Post ist. Schließlich ist es ja sehr unökologisch und gar unwirtschaftlich (seine Worte), wenn ich bei jedem einzelnen erfolgreichen Tausch mit dem Auto zur nächsten Ortschaft fahren müsste – wo er ja sowieso täglich vorbeifährt.

Ehrlich, ich nehme es mir immer wieder vor radikal auszumisten. Ich kann es nicht. Und ich glaube, das wird noch eine Weile dauern. Solange ich ein eigenes „Hobbyzimmer“ habe, in dem ich meinen schönen Schatz Schrägstrich Chaos beherberge, finde ich es nicht schlimm. In der ganzen Wohnung ist es ordentlich. Meistens. Und wenn jemand das erste Mal bei uns zu Besuch kommt und anfängt zu schwärmen – da wird natürlich dann die Schatzkammer geöffnet. Ich stehe dazu. Das gehört zu mir und das ist wohl meine Obermacke. I am not perfect. Trotzdem, Marie Kondo würde ich gerne Mal persönlich kennenlernen…

 

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